Die Zeit der Ausreden ist vorbei.

schreibt Nico Paech als Schluss-Satz. Davor steht viel Wichtiges, Lesenswertes, Beherzenswertes. Ihr solltet es lesen!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

 

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„„Der Klimawandel findet hier und heute statt…“

Bereits Anfang August informierte die taz über eine neue Studie zum Zusammenhang zwischen Klimawandes und Wetter:

Auch in der Hitzewelle, die im Juli Westeuropa heimsuchte, steckt nach einer neuen Studie eine ganze Menge Klimawandel: Rekordtemperaturen von über 40 Grad Celsius über mehrere Tage sind nun in Deutschland alle zehn Jahre wahrscheinlich, ohne die Erderhitzung kämen sie nur alle 50 bis 100 Jahre vor…

Die außergewöhnlich hohen Temperaturen von mehr als 45 Grad im Juni seien „mindestens fünfmal so wahrscheinlich“ geworden durch die Erderhitzung im Vergleich zu 1900, als noch kaum menschengemachtes CO2 in der Atmosphäre war.

„Der Klimawandel findet hier und heute statt. Er ist nicht nur ein Problem unserer Kinder“.

Aber in der Bundesrepublik ist ja alles viel, viel harmloser. Und kommt viel, viel später…

So warnt beispielsweise die Ostsee-Zeitung zwar vor „Hitze, schwere Gewitter und womöglich sogar Tornados„, schließt aber mit dem beruhigenden Satz einer Meteorologin (!): „Für Juni ist das eigentlich normal“. Regierungstreu eben, die Ostsee-Zeitung, im Lokalen wie im Globalen. Wer sich klimapolitisch gut informieren will, muss zur taz greifen. Dort gibt es fast jeden Tag wertvolle Informationen. Chapeau, taz!

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Mehr als genug auch im Großen!

SPIEGEL online schrieb am 18.3.2019:

Temperaturanstieg in der Arktis lässt sich nicht mehr aufhalten

Selbst wenn die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens umgesetzt werden: Die Temperaturen in der Arktis werden laut UNO bis 2050 um mindestens drei Grad Celsius steigen…

[Es] werden die Temperaturen in der Arktis im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter bis 2050 um mindestens drei bis fünf Grad Celsius im Jahresmittel steigen – selbst wenn die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens erfüllt und der globale Ausstoß an Treibhausgasen massiv gesenkt werden würde. Bis 2080 seien sogar Temperaturanstiege von bis zu neun Grad Celsius möglich, heißt es in dem Bericht, der während der Uno-Umweltkonferenz vorgestellt wurde…

Die Folge: Die Eismassen schmelzen, und der Permafrostboden taut. … In den teilweise Hunderte Meter dicken Permafrostschichten der Arktis sind seit der letzten Eiszeit gigantische Mengen Biomasse aus abgestorbenen Pflanzen konserviert. Sobald sie tauen, beginnt die Zersetzung durch Mikroorganismen – und zusätzliche Treibhausgase wie Kohlendioxid und Methan werden frei.

Das Tauen der Permafrostböden gilt daher als möglicher sogenannter Kipppunkt im globalen Klimasystem. Damit sind Effekte gemeint, die die Erderwärmung bei Überschreiten bestimmter Schwellen trotz aller von Menschen unternommenen Gegenmaßnahmen unumkehrbar machen könnten.

Na, dann können wir doch auch weiter verbrennen! Klärschlamm beispielsweise. ODER?

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Mehr als genug!

Klärschlamm-Verbrennung in M-V, wohin das Auge blickt:

  1. Mitten in Rostock (die „Klärschlamm-Kooperation M-V GmbH„),
  2. In Stavenhaben (die EEW),
  3. In Güstrow (Vorhabensankündigung durch die Stadtwerke, Vorhabensträger aber vermutlich Remondis): „Das ist als eine Lösung für ganz MV angedacht…“.

Die Gesamtkapazität geht weit über das Klärschlamm-Aufkommen in Mecklenburg-Vorpommern hinaus:

  • 100.000 t/a OS („Originalsubstanz“) in Rostock
  • 160.000 t/a OS in Stavenhagen
  • 130.000 t/a OS in Güstrow

Das sind zusammen rund 400.000 t/a OS! Die klima- und umweltschädlichen Folgen kann man kaum abschätzen: Klärschlamm-Anlieferungen aus anderen Bundesländern, Verbleib der Schwermetall-belasteten Aschen in M-V („Ein Land zum Leben“), viel und unnötige CO2-Emissionen durch die LKW-Anlieferungen über weite Strecken und die Verbrennung selbst usw. usf.

Will das unsere Landesregierung wirklich?

Fordern Sie deshalb bitte mit uns vor der Genehmigung dieser Anlagen

  1. die Durchführung einer strategischen Umweltprüfung (SUP) mit Öffentlichkeitsbeteiligung sowohl zur Technologie (Verbrennen oder Carbonisieren) als auch zum Standort (zentral oder jeweils lokal) – natürlich mit Öffentlichkeitsbeteiligung.

  2. Eine umfassende Ökobilanz, die mit der Bewertung der „biogenen Herkunft“ kommunaler Klärschlamme beginnt und alle anschließenden Behandlungswege bis hin zum Verbleib eventueller Reststoffe sowie die Uranbelastungen durch importierten Phosphordünger wegen Nichtverfügbarkeit des im Klärschlamm enthaltenen Phophors detailliert und nachvollziehbar darstellt.

Kommen Sie auch zur Informationsveranstaltung am 2.3. in Rostock!

Es gilt, jetzt die Zukunft zu retten! Siehe auch infoblatt ks-zukunft-4

 

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Fridays for Future – aber doch nicht in Rostock!

Noch am 9.2. berichtete die Ostsee-Zeitung, „Die weltweite Jugendbewegung „Fridays for Future“ erreicht Rostock“. ABER:

Noch bevor sie damit begonnen haben, die Demo zu bewerben, hätten sich über Whatsapp und Instagram schon rund 300 Teilnehmer dafür anmeldet, berichtet Yasmin. Weil anzunehmen ist, dass daraus bis zum 15. März noch viel mehr werden, muss die Veranstaltung an einem anderen Ort stattfinden als geplant. Ursprünglich wollten die Aktivisten auf dem Neuen Markt protestieren. Wo sie stattdessen mit Plakaten und Durchsagen Alarm machen werden, stehe noch nicht fest (ebenda).

Na klar, viel mehr als rund 300 Demonstranten gehen ja nicht auf den Neuen Markt rauf. Und rechtzeitig einen anderen Demonstrationsort in Rostock anbieten, schaffte die Stadtverwaltung so schnell auch nicht.

Zumindest ist nichts in den Nachrichten zu finden. Das wäre ja auch noch schöner: Mit allen Mitteln versuchen die Befürworter einer große Klärschlamm-Verbrennungsanlage andere Meinungen und Sichtweisen zu unterdrücken und dann kommen die Schüler und Studenten und demonstrieren fürs Klima?! NICHT IN ROSTOCK!!!

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2038

2038 sollen in Deutschland die letzten Kohlekraftwerke vom Netz gehen. Zu spät, sagen vernunftbegabte Menschen.

Jakob van Hoddis wusste es schon 1911:

Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut,
In allen Lüften hallt es wie Geschrei,
Dachdecker stürzen ab und gehn entzwei
Und an den Küsten – liest man – steigt die Flut.
Der Sturm ist da, die wilden Meere hupfen
An Land, um dicke Dämme zu zerdrücken.
Die meisten Menschen haben einen Schnupfen.
Die Eisenbahnen fallen von den Brücken.

Damals als Geburtsstunde des Expressionsmus gefeiert, könnten wir es heute auch als „zweites Gesicht“ des Dichters deuten, dass ihn in den Wahnsinn trieb. Wer vermag solche Vorahnungen schon aushalten?

Heute sind die Ängste nicht geringer. Gleichzeitig bleibt die Ignoranz der Entscheidungsträger unüberbietbar. Der Weltklimarat mahnt in seinem aktuellen Bericht SR 1.5 dringliches Handeln an, aber keiner liest diesen Bericht. Greta Thunberg spricht in ihrer Katowice-Rede Klartext, aber führende Politiker schweigen oder verhöhnen sie sogar.

Gisela Schneeberger (ADAC Motorwelt 2/2019) sagt es ganz profan, aber sehr einleuchtend:

Ich meine, der letzte Sommer hat es gezeigt: Es ist einfach erschreckend! Wir haben alle noch nicht die Fantasie, was passieren könnte, wenn wir mal drei Dürren hintereinander haben und das Wasser knapp wird.

Aber es gibt Hoffnung, die sogar Rostock erreicht:

Für den 15. März ist eine Großdemonstration geplant. Unter dem Aufruf #fridaysforfuturerostock will die hiesige Regionalgruppe Schüler, Studenten und Azubis dazu bewegen, für ein schnelles Ende der Braunkohleverstromung einzutreten.

Und hoffentlich auch dieses grässliche Vorhaben einer Klärschlamm-Verbrennung mitten in Rostock einschließt.

erde-roesten

Weiter so bis 2038 ???

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Verändertes Outfit

Wir haben das Outfit geändert, obwohl uns das vorherige (mit der Sprechblase je Beitrag zur Anzeige vorhandener Kommentare und zum Schreiben eines eigenen Kommentars) gut gefiel. Aber was wir längere Zeit nicht bemerkten: Die sogenannte Menü-Leiste wurde nur bei der Startseite angezeigt, nicht aber für ältere Beiträge. Das macht das Navigieren doch etwas mühsam.

Jetzt fehlt die Sprechblase und man findet die Kommentarfunktion am Ende des Beitrages, dafür bleibt aber bei allen Blogbeiträgen die Menüleiste erhalten. Wir halten das für lesefreundlicher. Und den Blogbeitrag erst volllständig lesen, bevor man kommentiert, kann ja auch nicht verkehrt sein…

Rückäußerungen sind herzlich willkommen!

Kurzmitteilung | Veröffentlicht am von | Verschlagwortet mit , | Kommentar hinterlassen