Jetzt überschlagen sie sich – rein verbal

Vor kurzem gab es nur wenige Stimmen zur bedrohlichen Klimaentwicklung. Jetzt hat der UN-Klimarat getagt und einige Medien berichten darüber.

Besonders kurz und bündig erscheint uns der Beitrag in der Jungen Welt:

Um rund ein Grad Celsius hat sich das globale Klima bereits im Vergleich zur vorindustriellen Zeit durch menschliche Aktivitäten erwärmt. Den weiteren Temperaturanstieg künftig auf 1,5 Grad zu beschränken hätte zahlreiche Vorteile gegenüber dem bisher definierten Ziel. In der Pariser Klimaübereinkunft war 2015 lediglich vereinbart worden, »deutlich unter zwei Grad« zu bleiben. Die niedrigere Zielmarke würde unter anderem für viele Länder das Risiko schwerer Dürren und verheerender Niederschläge mindern. Auch würde der Meeresspiegel voraussichtlich bis zum Ende des Jahrhunderts um zehn Zentimeter weniger ansteigen. Zehn Millionen Menschen könnten so vor Sturmfluten und dem Verlust ihrer Dörfer und Städte bewahrt werden. »Die EU wird daran arbeiten, diese Herausforderung anzugehen, und erwartet, dass andere dies ebenfalls tun«, erklärten die Kommissare Miguel Arias Cañete und Carlos Moedas am Montag laut dpa in Brüssel. »Alle Beteiligten müssen die Bemühungen gegenüber den Zusagen im Pariser Abkommen erhöhen.«

Da in den letzten fast 30 Jahren, seitdem die internationale Gemeinschaft über Klimaschutz verhandelt, viel zuwenig geschehen ist, muss es jetzt sehr schnell gehen: Die weltweiten Treibhausgasemissionen müssen bis 2030 fast halbiert und bis 2050 auf Null reduziert sein. Deutschland müsste dafür unter anderem ohne jede Verzögerung mit dem Ausstieg aus der Kohle beginnen, den Abbau der Braunkohle im nächsten Jahrzehnt einstellen, sofort die Bremsen vom Ausbau der erneuerbaren Energieträger nehmen, den öffentlichen Verkehrssektor massiv ausbauen und den verbleibenden Straßenverkehr elektrifizieren.

Fehlt da nicht eine entscheidende Position in der Aufgabenliste für Deutschland (und alle anderen auch)? Recyceln statt Verbrennen – und endlich aufhören, dem Verbrennen auch noch CO2-Einsparungen anzudichten!

Die taz hat am 8.10. gleich zwei Artikel zum Klimaproblem veröffentlicht und am Folgetag noch einmal zwei.

Unter der Überschrift „Tempo, Tempo, Tempo!“ ist u.a. zu lesen:

Man muss keine Dissertation in Physik geschrieben haben, um die Botschaft des Weltklimarats zu verstehen: Wenn die Erderwärmung und damit unkalkulierbare Risiken für Gesundheit, Wirtschaft, Ernährung und Sicherheit von Millionen von Menschen einigermaßen begrenzt werden sollen, muss es jetzt schnell gehen...

Was die Forscher in trockener Sprache auf Hunderten Seiten aufgeschrieben haben, ist im Grunde einfach: Wenn wir weiter in diesem Ausmaß CO2 in die Atmosphäre pumpen, geht das schief.

Die Elite der globalen Wissenschaft schreibt aber auch: Es ist machbar... Wir müssen nur wollen...

… Aber auch hier ist die Botschaft klar: Das Tempo, mit dem das geschehen muss, ist atemberaubend. Noch nie hat die Menschheit so schnell von einer Technik Abschied genommen und eine neue installiert wie es mit den fossilen Rohstoffen nötig ist, um 1,5 oder 2 Grad Erderwärmung noch zu halten….

Vor der Dringlichkeit, die aus jeder Zeile des IPCC-Berichts quillt, verschließt Berlin die Augen. Die Forscher werben für die Rolle eines Klimaschutz-Vorreiters, auch mit wirtschaftlichen Argumenten. Deutschland ist eines der reichsten Länder der Welt, wir haben die Technik, die Wirtschaftskraft und die politische Stabilität. Aber diese Bundesregierung will sich nicht bewegen, schon gar nicht schnell. Da hilft auch keine Bundeskanzlerin mit einem Doktortitel in Physik.

Hier stehen einfach mal nur Links, zum Sich-klug-machen:

180926 http://www.ostsee-zeitung.de/Nachrichten/MV-aktuell/Politik/Heiss-heisser-Ostseekueste-Turbo-Klimawandel-in-MV

180911 http://www.ostsee-zeitung.de/Mecklenburg/Rostock/Klimareport-MV-heizt-sich-auf

180911 http://www.ostsee-zeitung.de/Mehr/Wetter/Das-sind-die-wichtigsten-Erkenntnisse-aus-dem-Klimareport-MV

180919  https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/klimawandel-lobby-klimaziele-1.4134469

181008http://www.ostsee-zeitung.de/Nachrichten/MV-aktuell/CO-Ausstoss-halbieren-So-will-Rostock-das-Klima-retten

181008http://www.ostsee-zeitung.de/Nachrichten/Politik/So-schlimm-wird-der-Klimawandel-fuer-Norddeutschland

181008http://www.ostsee-zeitung.de/Mecklenburg/Rostock/Meeresspiegel-steigt-Klimawandel-bedroht-Ostseekueste

181008http://www.ostsee-zeitung.de/Mecklenburg/Rostock/Diesel-Deal-ist-fauler-Kompromiss

181008http://www.taz.de/Nach-dem-Bericht-des-Weltklimarats/!5542059/

181009http://www.taz.de/Enwicklungsexperte-ueber-Klimabericht/!5538363/ Politische Entscheider dürfen nicht länger sehenden Auges in die Klima­katastrophe steuern.

181010http://www.ostsee-zeitung.de/Nachrichten/MV-aktuell/Klimawandel-in-MV-Diese-Orte-waeren-bei-Anstieg-des-Meeresspiegels-ueberflutet

181017http://www.taz.de/100-Prozent-Oekostrom/!5540680/ Kohleaustieg bis 2035!
Zum Ausbau des Ökostrom gebe es keine Alternative, denn ohne Klimaschutz gebe es keinen Artenschutz. Eigentlich müsse sich die Bundesregierung diese Gedanken machen – „aber da fehlt die Ernsthaftigkeit beim Ausbau der Erneuerbaren.“

181018Deutschland erreicht Ziele der Energiewende nicht. Kritik des Bundesrechnungshofes. http://www.umweltruf.de/2018_PROGRAMM/news/news3.php3?nummer=7125 Wenn nun sogar der Bundesrechnungshof  sich dem inhaltlichen Thema des Klimaschutzes annimmt, muss das als alarmierendes Zeichen gewertet werden!

181020 http://www.taz.de/Forstforscher-zum-Waldschadenbericht/!5544381/ Der Vorsitzende des Bunds deutscher Forstleute stellt im Interview fest:

  • Das Jahr 2018 war das trockenste seit der Wetteraufzeichnung, und darunter leidet der Wald in ganz Deutschland.
  • Wir haben es mit einer langfristigen Entwicklung zu tun, die mit dem Klimawandel zusammenhängt. Und durch den Personalmangel im Forstbereich können wir bei weitem nicht genug dagegen tun. Wir arbeiten an der Belastungsgrenze, es fehlen 10.000 Forstleute.
  • Wir haben beispielsweise nicht genug Personal, um Klima stabilisierende Mischwälder aufzuforsten. Selbst aktuelle Schäden zu beheben, schaffen wir nicht – und es werden sogar weiter Stellen abgebaut. Wie sollen wir uns da um die wichtigen Funktionen des Waldes als Gemeinwohl und Daseinsvorsorge kümmern?
  • Der Wald ist … in vielerlei Hinsicht wichtig: als Wasserspeicher, Lebensraum für Tiere und Pflanzen, Sauerstoffproduzent, CO2-Speicher und Ort der Erholung. Wir kommen da jetzt an eine Grenze und können das gar nicht mehr garantieren.
  • es wird überall gespart.
  • Beispielsweise zugunsten von noch mehr Übungsflügen der Bundeswehr, für noch mehr NATO-Übungen an Russlands Grenzen usw. usf. Nein, das sagte der Interviewte natürlich nicht, das ist originaler No-burn-Text!

181020 http://www.ostsee-zeitung.de/Nachrichten/Wirtschaft/Merkel-will-Diesel-Fahrverbote-per-Gesetz-erschweren Was für ein plumpes, dümmliches Wahlkampfmanöver! Wer nimmt denn so etwas noch ernst, Frau „Klimakanzlerin“?

181023   https://www.zeit.de/wissen/umwelt/2018-10/klimawandel-heisszeit-klima-globale-erwaermung-weltklimarat-ipcc-bericht/komplettansicht  Eine sehr guter Übersicht aller Argumente, die dafür sprechen, den bedrohlichen Klimawandel ernst zu nehmen. Der umfangreiche Text ist mit vielen Angaben zu wissenschaftlichen Originalquellen versehen.

 

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Menetekel

Was ist das biblische Menetekel gegenüber dem gegenwärtigen! Die langandauernde Hitze mit all ihren Folgeschäden (Trockenheit, Ernteausfälle, Waldbrände) in vielen Ländern der Erde ist ein nicht zu übersehendes Menetekel, gegenüber dem das biblische sehr klein und unbedeutend wirkt. Damals ging es um den Zerfall eines Staates, heute geht es um das Überleben der Menschheit.

Wenig findet sich in den Medien. Allein die taz berichtet (aber auch der SWR):

„Wir wissen derzeit nicht, ob das Klimasystem sicher bei etwa 2 Grad über dem vorindustriellen Niveau ‚geparkt‘ werden kann“ … Langfristig könnte sich dann die Erde sogar um etwa vier bis fünf Grad Celsius erwärmen und der Meeresspiegel um zehn bis 60 Meter ansteigen

Die Folgen sind nicht abzuschätzen:

Flut-Tote, Dürren, untergegangene Inseln, Hunger- und Klimaflüchtlinge, Krieg um Wasserressourcen und sichere Siedlungsplätze.

Wieviel Zeit bleibt noch? Keine. Denn:

Um sicherzugehen, sollte der Temperaturanstieg auf 1,5 Grad begrenzt werden,..  Allerdings: Bereits jetzt ist die Erde im Durchschnitt um 1,1 Grad wärmer als vor Beginn der Industrialisierung.

Ist die Erderwärmung ein Gerechtigkeitsthema?

Die taz glaubt es:

Dass die Hitze gerade in diesem Sommer derart auf den Plan tritt, auf unsere schlechten Pläne, hat etwas Alttestamentarisches. Als reckte sich eine rächende Faust aus der Sonne, weil wir nicht dafür gesorgt haben, dass sich die Wasser des Meeres für Bedürftige teilten, und weil wir Seebrücken nur aus luftigen Metaphern bauen.

Schlichter und glaubensfern formuliert: Dieser Sommer hält eine Botschaft bereit, nicht nur in Gestalt eines ökologischen Alarmsignals, sondern als eine Hilfe zur Selbsterkenntnis. Zur Erkenntnis, was wir sind und haben, und wie wir sein müssten, um es zu bewahren.

Die Erderwärmung ist ein Gerechtigkeitsthema, denn es handelt sich hier wohl vor allem um weiße Täterschaft – der Klimawandel hat eine unverkennbar postkoloniale Note…

Wir haben schon lange die Grenze dessen überschritten, was uns zusteht…

„In der Hitzewelle steckt eine Chance“

Schreibt die taz. Und weiter:

Dieser Sommer ist das Beste, was uns passieren konnte. Die wochenlange Hitze, die die Felder verdorren lässt und sogar das deutsche Beamtentum dazu bringt, Hitzefrei einzufordern, ist genau das, was uns spüren lässt, was „Erderwärmung“ bedeutet. Und verdeutlicht: Hier muss was passieren.

So weit, so gut. Aber die Schlussfolgerungen sind zu simpel: Mehr ÖPNV statt Auto, weniger kaufen, mehr leihen, … Auf die Straße gehen, Lärm machen, so was.

Uns scheint, da fehlen entscheidende Punkte. Wie wäre es z.B. mit mehr Recycling und nur noch ganz wenig Müllverbrennung?

Ob das die Erde rettet? Weiß niemand. Aber spätestens ab diesem Sommer ist klar: Wir müssen es versuchen! Und zwar jetzt.

Weiter an anderer Stelle:

Wo ist der Aufschrei darüber, dass der ewige ­Klimastreber Deutschland sein selbst gestecktes Klimaziel um 8 bis 10 Prozentpunkte reißt? Darüber, dass wir seit der Jahrtausendwende bereits zig globale Jahrhundertsommer hatten? Und, fun fact am Rande: Dieser hier hat bislang noch längst nicht alle Temperaturrekorde gerissen.

Bislang gibt es so einen Aufschrei nur als Satire:

Kann die SPD Umweltpolitik? „In der Theorie schon“, sagt mein Sohn, der gerade sein Freiwilliges Ökologisches Jahr abschließt und deshalb auf keiner Anti-Kohle-Demo fehlt. „Sie sollte nur vielleicht mal zeigen, dass sie Umweltpolitik auch machen wollen kann.“

Ich glaube, dass die Ökosozis unterschätzt werden. Svenja Schulze, die immer fröhliche Münsterländerin, hat ganz sicher einen Plan. Ach was, einen Masterplan für echten Klimaschutz: Mit 63 Punkten, von denen wir aber nur einen kennen: Zurückweisung aller illegaler Emissionen an der Schornsteingrenze. Ab sofort.

Kein Molekül ist illegal? Falsch. Unser CO2-Ausstoß ist ein Verstoß gegen geltendes Recht. Unsere EU-Klima- und Effizienzziele sind juristisch bindend, das Paris-Abkommen verbindliches Völkerrecht. Und während die Obergrenze für Flüchtlinge eingehalten wird, die die quartalsirre CSU irgendwie durchgesetzt hat, kümmert die rechtlich verbindliche Obergrenze für Emissionen niemanden…

Das heißt, bis dato. Denn jetzt setzt sich die Vernunft durch. Beim massenhaften illegalen Grenzübertritt von Millionen Tonnen CO2 geht es um ein reales Problem. Es bedroht Deutschland, nebenher noch den Rest der Welt, und es treibt Menschen in die Flucht. Auch zu uns.

In dieser Notlage wird Svenja Schulze handeln. Sie wird sagen: „Okay, das steht zwar nicht explizit im Koalitionsvertrag. Aber eigentlich schon. Denn wir wollen dem Klimaziel 2020 nah kommen und die Marke für 2030 auf jeden Fall erreichen. Das heißt: Wenn Europa sein Klimaziel nicht auf 60 Prozent verschärft, müssen wir uns selbst wehren…

Selbstverständlich wird die SPD, der die sozial-ökologische Wende immer das wichtigste Anliegen war, die Umweltministerin unterstützen. Wenn der EU-Gipfel am Wochenende keine Lösung bringt, wird Schulze die sofortige Schließung von 50 Kohlekraftwerken anordnen. Die Bundesumweltministerin „trägt dafür Verantwortung, an unseren (Emissionsober)Grenzen für Recht, Sicherheit und Ordnung zu sorgen“, sagt auch Dobrindt.

Was sind schon 50 Kohlekraftwerke gegen 121 Müllverbrennungsanlagen (UBA, Stand April 2016)? Wobei recyceln zusätzlichen Klimaschutz ermöglichen würde, weil zur Primärproduktion eines Stoffes deutlich mehr Energie verbraucht wird als beim Recyceln desselben Stoffes. Also, liebe Frau Umweltministerin, zuerst die MVA’s abschalten! Schnell, ganz schnell und nicht erst 2030! Und noch schneller konsequentes Recycling fördern und fordern!

 

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Aufgewacht?

Seit Jahrzehnten lesen und hören wir auf allen Kanälen, Deutschland sei „Recycling-Weltmeister“. Wenn man nachgräbt, findet man wenig Details, mal abgesehen von Glas, Papier, Metallen, ggf. auch Bauschutt. Plastik, Elektro- und Elektronikschrott und viele andere Materialien werden offenbar kaum recycelt.

Zum Thema Plastik gibt es jetzt seitens der EU ein klares Eingeständnis:

Europaweit fallen nach Angaben der EU-Kommission jährlich rund 26 Millionen Tonnen Plastikmüll an. Nur knapp 30 Prozent davon werden zur Wiederverwertung gesammelt, die übrigen 70 Prozent landen auf Müllkippen, in Verbrennungsanlagen oder in der Umwelt, vor allem in den Meeren. Das Thema hat seit Jahresbeginn besondere Brisanz, weil China Abfallimporte gestoppt hat. Allein Deutschland führte bisher dorthin rund 560.000 Tonnen Plastikabfälle pro Jahr aus, die nun anderweitig recycelt oder verbrannt werden müssen.

Die EU hat also eine „Plastikstrategie“ auf den Weg gebracht (ebenda):

Ein Ziel der Plastikstrategie sei es, Recycling auch in Europa profitabel zu machen…

Es gebe keine einheitlichen Standards für recyceltes Plastik und deshalb Zweifel an der Qualität. Und das Ausgangsmaterial sei zu unterschiedlich, weil zum Beispiel in Verpackungen Farbstoffe oder Chemikalien zugefügt werden.

Die Kommission plant neue Vorgaben an die Industrie, um Plastik leichter wiederverwertbar zu machen. Bis 2020 verspricht sie 100 Millionen Euro an Fördermitteln zur Erforschung verbesserter Materialien. Darüber hinaus will sie europaweit eine sortenreinere Sammlung voranbringen. Damit könnte das Recycling um bis zu 100 Euro pro Tonne billiger werden,

Aber wer auf konkrete Maßnahmen hofft, wird ziemlich enttäuscht (ebenda):

  • Vermeidung von Einmalgegenständen aus Plastik
  • Keine Beimengung von Mikroplastikpartikel in Kosmetika und Waschmitteln mehr
  • Abfallannahmestellen in Häfen
  • Plastiksteuer.

DAS kann es doch wohl nicht gewesen sein?!

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Klimaschutz-Lügner

Im „europaticker“ vom 9.12.2017 lesen wir:

Insgesamt 90.000 t aufbereiteter qualitativ hochwertiger Ersatzbrennstoff ersetzen hier etwa 80.000 t fossile Brennstoffe und sparen damit 66.000 t C02-Äquivalente ein.

Da ergibt sich die gleiche Frage wie im voran gegangenen Beitrag: WIE MACHEN DIE DAS?

Aber es kommt noch besser:

LKW-Transporte und damit Lärm sowie Verkehrsemissionen werden vermieden, weil der Brennstoff direkt Vorort am Drehrohofen eingesetzt wird.

Wie die „Ersatzbrennstoffe“, sprich die Inhalte aus den gelben und schwarzen Tonnen bis zum Aufbereitungsstandort direkt neben dem Zement-Drehrohrofen gelangen, bleibt leider unbeantwortet. Mit LKW jedensfalls nicht. Vielleicht mit Fahrradkurieren?

Auf jeden Fall wurde die so klimaschützend arbeitende Firma vom Land Baden-Württemberg als einer von „100 Betrieben für Ressourceneffizienz“ ausgezeichnet. Ressourceneffizienz durch Ressourcenverbrennung und Klimaschutzlüge.

Zweifellos auch mit dem Segen der Bundesumweltministerin. Wissen die Politiker und die Verwaltungsbeamten eigentlich noch, was sie tun???

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Wie sie lügen!

Im neuesten europaticker ist über die „moderne Thermische Restabfallbehandlungsanlage (TRB) im Chemiepark Bitterfeld-Wolfen“ zu lesen:

Alles Brennbare, was im Stoffkreislauf nicht verwertet werden kann, wird in nutzbare Energie verwandelt. Zudem wird damit ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet, denn der Strom aus Müll ersetzt nicht nur fossile Energieträger, sondern senkt den CO2-Ausstoß pro Jahr.

Senkt den CO2-Aussstoß. Wie machen die das????????????????????

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Parteientexte und Wirklichkeit

In den Antworten der angefragten Parteien ist die Abfall-Welt heil.

Anders die Wirklichkeit. Die taz berichtet heute (22.9.2017):

Die deutschen Entsorgungsunternehmen wissen derzeit nicht, wohin mit ihrem Plastikmüll. Seit China als weltgrößter Importeur von Abfällen einen „grünen Zaun“ um seine Grenzen zieht, stapeln sich in Deutschland Rollen mit Folien und Container mit Kunststoffschnipseln aus ehemaligen Computergehäusen, Fernsehern oder Verpackungen.

Zehn Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum haben die Unternehmen im ersten Halbjahr 2017 nach China geschickt, 645.000 Tonnen im Wert von 208 Millionen Euro gegenüber 712.000 Tonnen für 215 Millio­nen Euro im ersten Halbjahr 2016. Die Folge: Die Preise bestimmter Kunststoffsorten fallen, die Preise der Müllverbrennungsanlagen steigen. Am Markt herrschten teilweise „dramatische Zustände“, textet der Branchendienst Euwid…

Ab Januar 2018 will China Abfallimporte sogar generell verbieten...

Was bedeutet das für das Recycling alter Kunststoffe hierzulande? „Wir müssen unsere Qualitäten verbessern“, sagt Michael Schneider, Sprecher des Entsorgungskonzerns Remondis. „Je sortenreiner ein Kunststoff ist, desto besser kann man ihn stofflich verwerten“... Chinas Politik und steigende Recyclingquoten in der EU ab 2019 zwingen uns zu einer sorgfältigeren Sammlung und Sortierung vom Verbraucher bis zur Sortieranlage. „Das tut uns allen gut“, sagt Schneider, „die Recyclingunternehmen bekommen besseres Material zu günstigeren Preisen.“ Und mittelfristig sei es eine „Chance für Europa, dass wir hier wieder eine Verwertungsindustrie für Sekundärkunststoffe aufbauen müssen“.

Wieder eine Verwertungsindustrie für Sekundärkunststoffe aufbauen müssen – und was steht in den Texten der angefragten Parteien??? NUR LÜGEN!

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Wahlprüfsteine: Die SPD hat geantwortet

Wenige Tage vor dem Wahltermin hat jetzt auch die SPD geantwortet. Grundtenor: Alles ist gut. Guter Stil, aber Inhalt mit Fragezeichen, z.B.

  • Die CO2-Emissionen der Abfallwirtschaft sanken, u.a. „durch die Gewinnung und Nutzung von Ersatzbrennstoffen“?
  • „Letztlich ist auch die energetische Nutzung der verbleibenden Restabfallmengen Klimaschutz, weil so fossile Brennstoffe zur Energieerzeugung ersetzt werden“ ??? Woraus bestehen wohl die „verbleibenden Restabfallmengen“ bei der SPD, wenn nicht aus Erdölprodukten, Metallen u.ä.? Oder vielleicht doch aus Sternenstaub?

Aber lest selbst: Wahlprüfsteine Antwort-SPD_2017

 

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Unsere Wahlprüfsteine und die Antworten der GroKo

Unsere Wahlprüfsteine und die Antworten der GroKo

Nein, die SPD hat noch immer nicht auf unsere Wahlprüfsteine geantwortet und die CDU erst jetzt, eine Woche vor der Bundestagswahl. Aber beides ist eigentlich nicht wichtig, die Aktivitäten kurz vor den Neuwahlen sprechen für sich! Weiterlesen

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Wahlprüfsteine: Die CDU hat geantwortet

Erst jetzt (am 15.09.17) hat die CDU geantwortet. Lest selbst, aber lest auch zwischen den Zeilen und den sattsam bekannten Schlagworten: 170915-cdu-antwort

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Wahlprüfsteine: Bündnis90/Die Grünen haben geantwortet

Am 5. September haben auch die Grünen geantwortet – leider hat das Einstellen hier auf dem Blog zu lange gedauert. Hier ist die Antwort: gruene-antwort

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